Ganztag und Raum Ulm
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Schulform
Grundschule, Ganztagsschule in Wahlform
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Baujahr Bestandsgebäude
Anfang der 1960er-Jahre
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Fertigstellung Umbaumaßnahmen
2025
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Schüler*innen
ca. 220 (davon ursprünglich 170 im Ganztag)
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Ort
Ulm, Baden-Württemberg
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Schulträger
Abteilung Bildung und Sport, Stadt Ulm
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Jahrgänge
1-4 (zweizügig zzgl. Vorbereitungsklassen)
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Prozess
März 2022 – April 2023
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Ganztagsträger
Abteilung Bildung und Sport, Stadt Ulm
Vorher – Nachher
Ausgangslage
Die innerstädtisch gelegene Martin-Schaffner-Schule (MSS) verteilt sich auf zwei Gebäude – einen zweigeschossigen Pavillon und ein viergeschossiges Hauptgebäude, das mit der benachbarten Ulrich-von-Ensingen-Gemeinschaftsschule (UvE-GMS) zusammen genutzt wird. In Teilen des Gebäudebestands aus den 1960er-Jahren wurden um das Jahr 2000 Umbauten und Modernisierungen der Fenster, Türen und Innenaufteilung vorgenommen. Hinsichtlich des baulichen Brandschutzes wurden am Hauptgebäude und Pavillon außenliegende Treppen ergänzt.
Im gemeinsam genutzten Hauptgebäude liegen Verwaltung, Lehrerzimmer, Mensa, Schulbücherei, Musiksaal sowie Unterrichts- und Betreuungsräume der dritten und vierten Klassen. Der Pavillon nimmt die Räume der unteren Jahrgänge auf und bietet vier separate Betreuungsräume für den Ganztag. Ein überdachter, offener Gang verbindet beide Häuser.
Im Schuljahr 2021/2022 besuchten 220 Schüler*innen die Ganztagsschule in Wahlform, davon nahmen 170-180 Kinder (ca. 80 Prozent) ein Betreuungsangebot im Nachmittag wahr. Gemäß Schulentwicklungsplan bleibt die Schule mindestens bis 2030 zweizügig, zusätzlich gibt es zwei Vorbereitungsklassen. Mit dem Rechtsanspruch auf ganztägige Betreuung für Kinder im Grundschulalter, aufwachsend ab dem Schuljahr 2026/27, steigt der Bedarf an Ganztagsplätzen. Das bedeutet einen Mehrbedarf von bis zu weiteren 50 Ganztagsplätzen.
Prozess
Aufbauend auf der pädagogischen und räumlichen Bestandsaufnahme wurden mit allen Akteur*innen Workshops durchgeführt zur Entwicklung eines gemeinsamen Bildungsverständnisses, zur multiprofessionellen Teamarbeit und einer veränderten Rhythmisierung des Schullalltags. Beteiligt waren Schule, Ganztag, Schulaufsicht, Schulamt und Bauverwaltung gemeinsam mit der Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft und einem externen Prozessbegleitungsteam aus Pädagogik und Architektur. Ein zentrales Ziel war es, die Mitarbeitenden aus Schule und Ganztag zu einem gemeinsamen multiprofessionellen Team zusammenzuführen, um dann gemeinschaftlich die Nutzung der Räume zu entwickeln.
Die gemeinsame Lernreise nach Köln zu zwei Ganztagsschulen mit langjährigen Erfahrungen im integrierten Ganztag – Rosenmaarschule und Heliosschule – bot einen Einblick in die gelebte Praxis. Dabei konnten wichtige Erkenntnisse über Gelingensbedingungen und Herausforderungen für den Schulentwicklungsprozess gewonnen werden. Auf dieser Grundlage wurden die verschiedenen Aktivitäten auf die bestehenden Flächen im Gebäude übertragen.
Konzept
Das räumliche Konzept löst das bislang additive System von „Klassenräumen“ und „Betreuungsräumen“ auf. Es ermöglicht eine gemeinsame Nutzung über den gesamten Tag, die den pädagogisch vielfältigen Bedarfen der Kinder und Erwachsenen entspricht. Die Raumnutzung ist in Analogie zu der Wohnform Wohngemeinschaft organisiert („WG-Konzept“): Einige Räume sind bestimmten „Bewohner*innen“ (hier: Lerngruppen) zugeordnet (Homebase), andere Räumen werden gemeinschaftlich für bestimmte Aktivitäten genutzt (Themenraum, Leiseraum und Flur als Differenzierungsfläche und Garderobe). Bleibt man in diesem Bild, war die Schule vorher – wie viele andere Schulen – vergleichbar mit einer Einraumwohnung: Alle Bedarfe werden in einem multifunktionalen Raum der jeweiligen Klassengemeinschaft oder Betreuungsgruppe abgebildet. Die „Einzimmerwohnungen“ (Klassenzimmer) koexistieren nebeneinander weitestgehend ohne funktionale Zusammenhänge. Pädagogische wie räumliche Synergien entstehen nicht.
Ziel des neuen Nutzungskonzeptes ist es, einen Lern- und Lebensraum mit hoher Aufenthaltsqualität für alle Beteiligten über den gesamten Tag zu schaffen. Dabei strukturieren sich die Räumlichkeiten nicht nach Klassen, Zeiten oder Fächern, sondern nach Aktivitäten. Auf der Basis der entwickelten Raumnutzung und der zugeordneten Aktivitäten sind dann Anforderungen an die Raumakustik, Möblierung und Ausstattung definiert worden.
Perspektivisch kann aus der „Wohngemeinschaft“ eine „Wohnung“ werden, in der alle Räume einer Etage gemeinsam von allen genutzt werden und es keine Zuordnung zu Klassen bzw. keine „Homebase“ mehr gibt.
Film zur Prozessbegleitung
Partner*innen
Abteilung Bildung und Sport
Drechsler, Christian
Glöckle-Hagg, Isabell
Hermann, Isabell, Stellvertretende Abteilungsleitung
Menzel, Sabrina, Sachgebietsleitung Bildung, Ernährung, Betreuung
Semler, Gerhard, Abteilungsleitung
Storkenmaier, Jenny, Pädagogisches Leitungsteam
Roggenbuck, Lisa
Williams, Melanie, Teamleitung Bildung und Betreuung
Abteilung Zentrales Gebäudemanagement
Frischkemuth, Kathrin
Jeremic, Milica, Abteilungsleitung
Martin-Schaffner-Schule Ulm
Gebhart, Gabriele, Leitung des Ganztags
Markovic, Sandra, Pädagogische Mitarbeiterin
Porrmann, Maximilian, Pädagogischer Mitarbeiter und Medienpädagoge
Prinz-Kanold, Anja, Schulleitung
Lakic, Branimir, Hausmeister
Kugler, Iris, Sekretärin
Mainka, Julia, Lehrkraft
Quientes, Tonya, Pädagogisches Leitungsteam
Salerno, Alessandra, Pädagogische Mitarbeiterin
Schönenberger-Tönges, Katja, Lehrkraft
Seemann, Rebecca, Lehrkraft
Storkenmaier, Jenny, Pädagogisches Leitungsteam
Vögtle, Esther, Sonderpädagogin
und weitere Lehrkräfte und pädagogische Mitarbeiter*innen
Schulaufsicht
Kleiner, Katja, Schulamtsdirektorin, Staatl. Schulamt Ulm Biberach
Ulrich-von-Ensingen-Gemeinschaftsschule
Weber, Matthias, Schulleitung
Montag Stiftung Jugend und Gesellschaft
Blaer-Nettekoven, Antonia
Kricke, Dr. Meike
Lemke, Lisa
Pampe, Barbara
Prozessbegleitung
Pädagogik
Rokuß, Andrea, confidio – Moderation, Beratung, Prozessbegleitung
Architektur
Schmutz, Christian + Rivas Velázquez, Marisol, A-U-R-A GbR